SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, LIEBES PUBLIKUM,

für die nächste Saison am Theater Baden-Baden sind über einen längeren Zeitraum Projekte geprüft, besprochen, verworfen und neu überlegt worden. Spielpläne sind immer auch Zukunftspläne, die man im Kopf schmiedet, während auf der Theaterbühne doch die Kunst der Gegenwart zu Hause ist. Die Zeit ist für das flüchtigste Medium Theater von besonderer Bedeutung. Schauspieler und Zuschauer erleben eine Aufführung gleichzeitig, sie verabreden sich, zwei Stunden gemeinsam in einer vorgestellten Unternehmer-Villa wie der von Matthias Clausen in Hauptmanns VOR SONNENUNTERGANG zu verbringen, mit dem STEPPENWOLF durch nächtliche Straßen zu streifen oder an der Seite von DON KARLOS das Intrigengeflecht am spanischen Hof zu durchdringen. Und danach? „Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze“, schreibt Schiller in seinem Vorspiel zu einem anderen seiner Stücke, dem „Wallenstein“. Und auch wenn wir ein paar Momente der letzten Spielzeit in diesem Heft fotografisch festgehalten haben, gilt die Regel immer noch, dass in einer Theateraufführung die Augenblicke verfliegen und nur in der Erinnerung und im Herzen des einzelnen Zuschauers weiterleben – eine Zeit lang.

Baden-Baden ist eine schöne, eine besondere Stadt, in der die Zeit manchmal still zu stehen scheint, und in der vieles aus der „guten alten Zeit“ sorgsam bewahrt und weitergegeben wird. Oft steht das in Reibung zu unserer immer schneller werdenden Welt und Veränderungen, über deren Notwendigkeit manchmal erbittert gestritten wird. In der Spielzeit 2018/2019 laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über Erben nachzudenken, und zwar sowohl über das Erben wie über die Erben. Was lohnt es, vererbt zu werden? Was möchte ich hinterlassen? Und wie gehe ich mit einem Erbe um, das ich mir unter Umständen gar nicht gewünscht habe?

Neben den schon oben genannten großen Ensemblestücken freue ich mich in der nächsten Spielzeit auf Raritäten wie die deutschsprachige Erstaufführung von Rattigans Familienkomödie HERZSPRÜNGE, in der zwei Genera-tionen über die richtige Art zu leben streiten, oder die Uraufführung der in Baden-Baden entstandenen Oper CLARA. Das Musical CABARET verhandelt ein schweres Erbe unserer Geschichte und verspricht gleichzeitig mitreißende Musik und den Glamour der 20er Jahre. In dem heutigen Kammerspiel NUR DREI WORTE der australischen Erfolgsautorin Joanna Murray-Smith geht es um die weitreichenden Folgen eines kleinen Satzes und in der Komödie DAS SPIEL VON LIEBE UND ZUFALL lässt der französischen Meister der feinen Psychologie, Pierre Carlet de Marivaux, zwei junge Paare über ihre komplizierten selbsteingefädelten Verwirrungen beinahe stolpern. Ein besonderes Projekt befasst sich direkt mit Baden-Baden: WELTERBEN entsteht als Recherche- Projekt des Regisseurs Michael Uhl, für das er die Spielzeit über Interviews führt, die Stadt erwandert und seine Eindrücke und Funde zu einem Theater-abend zusammensetzt.

Ein Highlight der neuen Saison werden sicherlich die BADEN-WÜRTTEMBERGISCHEN THEATERTAGE: Zehn Tage lang präsentieren sich alle Bühnen des Landes, eine einmalige Gelegenheit, die ganze Vielfalt von Künstlern und Themen zu erleben – für unsere Abonnenten ist eine Aufführung des Festivals Bestandteil des Abos.

Auch die Projekte des Jungen Theaters – ein besonders wichtiger Bereich unserer Arbeit und wesentlich für den Transfer eines Erbes in die Zukunft – sind in dem vorliegenden Heft beschrieben, genauer dann noch im separat erscheinenden jungen Spielzeitheft. Auch hierfür gilt: Zeit ist relativ, und man ist so jung, wie man sich fühlt. Also auch für die Erwachsenen lohnt sich ein Abstecher ins TIK.

Wir freuen uns, wenn Sie in der nächsten Spielzeit Ihre Zeit mit uns teilen.

 

Ihre

Nicola May, Intendantin


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