Kurze Geschichte des Theaters Baden-Baden

Der aus Paris stammende Spielbankpächter Edouard Bènazet war ein großer Förderer der Stadt Baden-Baden und Freund der Künste. Im Jahr 1856 lässt er beim Pariser Architekten Charles Dérchy Pläne im Stil der Pariser Oper für ein Theater anfertigen. Bei der großherzoglichen Bauverwaltung stoßen die Pläne auf Widerstand, besonders die prunkvolle Außenfassade geht den Verantwortlichen zu weit.

Die Pläne des Architekten Charles Couteau aus dem Jahr 1860, die eine versachlichte Außenansicht und einen Innenausbau im Rokokostil vorsah, wurden von der großherzoglichen Bauverwaltung akzeptiert. Architekt Ludwig Lange wurde mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt.

Am 07. August 1862 wurde das Theater Baden-Baden mit Conradin Kreutzers "Nachtlager von Granada" der Karlsruher Hofbühne eröffnet. Am 09.08. dirigierte Louis Hector Berlioz, der französische Komponist und Musikkritiker seine eigens für die Eröffnung des Baden-Badener Theaters geschriebene Oper "Béatrice et Bénédict", die im Theater uraufgeführt wurde.

Auch wenn die nächsten Jahre Gastspiele, vor allem der Pariser Theater, das Baden-Badener Kulturleben prägten, sollte es vor allem die Musik sein, die im Theater und Baden-Baden von sich reden machte: Highlights wie ein Konzertabend von Johann Strauss im Jahr 1872, die Probeaufführung des "Doppelkonzerts" 1887 bei der Johannes Brahms selbst sein Orchester leitete und der Auftritt Richard Strauss beim Baden-Badener Musikfest 1906.

1918, während des 1. Weltkrieges, erhält Baden-Baden mit der Gründung der Städtischen Schauspiele ein eigenes Ensemble. Nach dem 2. Weltkrieg wollten die Franzosen der deutschen Bevölkerung Kultur vermitteln und so fand bereits am 20. April 1946 die offizielle Wiedereröffnung statt.

Nach einer Totalrenovierung in den Jahren 1989 bis 1992 steht das Theater am Goetheplatz dem Spielbetrieb mit moderner Technik zur Verfügung.

Heute:
Von Intendantin Nicola May geleitet, bespielt das Theater Baden-Baden mit einem 18-köpfigen festen Schauspielensemble das Haus: Klassiker in zeitgemäßer textgenauer Interpretation, Werke aus der deutsch- und englischsprachigen Moderne sowie aktuelle Stücke und Uraufführungen werden im Repertoirebetrieb gezeigt. Ob im großen Theatersaal, im intimen Spiegelfoyer oder im TIK, der Bühne für junges Theater – ein Besuch des Theaters Baden-Baden verführt zu Reisen in die Phantasie und lädt ein zu Begegnungen mit Geschichten und Figuren, die berühren und bewegen.