GIFT. EINE EHEGESCHICHTE

von Lot Vekemans

Ein Mann und eine Frau sind auf einem Friedhof verabredet. Das Grab ihres gemeinsamen Sohnes, der vor zehn Jahren bei einem Unfall ums Leben kam, soll umgebettet werden, weil giftige Substanzen in der Erde gefunden worden seien. Nachdem der eine Partner vor zehn Jahren ohne Erklärung weggegangen ist, an einem Silvesterabend, herrscht Funkstille zwischen ihnen. Zum ersten Mal seit dem traumatischen Ereignis reden die beiden wieder miteinander. Wir werden Zeugen des tastenden, immer erneut vom Abbruch bedrohten Versuchs, in einen Dialog zu treten. Erstmals berühren SIE und ER die Ursachen und Folgen ihrer Trennung, das Verlustgefühl, Liebe und Trauer, und nicht zuletzt das schmerzliche Ereignis selbst.

Lot Vekemans ist mit GIFT eine eindringliche Paarstudie gelungen, deren Wirkungsmacht man sich nicht entziehen kann. Wie unterm Mikroskop verzeichnet sie die unendlich kleinen Bewegungen des Aufeinander-zu- und Auseinander-Driftens, des Zupackens und Loslassens, die Momente der Trauer und die Momente der Sinngebung.

Ist es im Originaltext die Frau, welche zu Hause geblieben ist und sich aus ihrer Trauer nicht befreien kann, während der Mann woanders ein neues Leben begonnen hat, so hat Otto Kukla mit seinen Schauspielern Crescentia Dünßer und Sebastian Mirow das Verhältnis umgekehrt. Vekemans‘ Rollenverteilung ist in der gesellschaftlichen Realität häufiger verbreitet, doch die Fachliteratur zeigt, dass „weibliches“ Trauerverhalten auch bei Männern, „männliches“ bei Frauen vorkommt.

  • INSZENIERUNG: Otto Kukla* >>
  • BÜHNE: Otto Kukla* >>
  • KOSTÜME: Annie Lenk* >>

  • BESETZUNG:
    Crescentia Dünßer* >>, Sebastian Mirow >>

PRESSESTIMMEN:

"Dünßer gibt mit berührender Intensität die Frau, die aktive Trauerarbeit leistet und den Schmerz in Aktivität und Neubeginn umwandelt. Er, Sebastian Mirow, verschanzt sich ruppig, trotzig und doch ergreifend im Gefängnis seines vertrauten Elends."

Gisela Brüning, Badisches Tagblatt

 

"Zögernde Annäherung und der Zauber gemeinsamer Erinnerungen stürzen die beiden in ein Wechselbad der Gefühle - und ebenso den Zuschauer, der vielleicht viel Eigenes erkennt. Selten herrscht im Theater eine solche atemlose Stille."

Gisela Brüning, Badisches Tagblatt

 

GÄSTEBUCH:

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