ZORN

von Joanna Murray-Smith

Eine erfolgreiche und glückliche Familie mitten im gesellschaftlichen Leben: Weil die Neurowissenschaftlerin Alice Harper eine bedeutende humanitäre Auszeichnung erhalten wird, schreibt die Journalistikstudentin Rebecca einen Artikel über sie und interviewt auch ihren Mann Patrick, der just einen neuen Roman veröffentlicht. Da verschmiert Joe, der 16-jährige Sohn von Alice und Patrick, eine Moschee mit islamfeindlichen Graffiti, einfach so. Reflexartig schieben seine Eltern die Schuld auf den gleichaltrigen Mittäter aus sozial einfachen Verhältnissen. Während sie akzeptieren müssen, dass Joe die treibende Kraft war, rührt Rebecca in ihren Interviews an einen heiklen Punkt in Alices Leben.

Joanna Murray-Smith zeigt in ihrem packenden Familiendrama ZORN (2013) die Brüchigkeit scheinbar gesicherter politischer Überzeugungen und familiärer Gemeinschaft. Alice und Patrick stehen vor einem Scherbenhaufen, und plötzlich verschiebt sich der Fokus von einem dummen Akt der Intoleranz auf einen linken Terroranschlag in der Vergangenheit.

  • INSZENIERUNG: Otto Kukla* >>
  • BÜHNE: Otto Kukla* >>
  • KOSTÜME: Annie Lenk* >>

  • BESETZUNG:
    Crescentia Dünßer* >>, Oliver Jacobs >>, Catharina Kottmeier >>, Michael Laricchia >>, Anne Leßmeister >>, Sebastian Mirow >>, Patrick Schadenberg >>

PRESSESTIMMEN:

" [...] bei "Zorn" ist der untere Teil der Bühne durch Metallstreben wie ein Labyrinth gerastert, in dem die handelnden Personen wortlos, oder per Mikro diskutierend aneinander vorbeihasten. Musik ist auch ein prägendes Element. Beat, Rap, Percussion, aber auch sakrale Gesänge illustrieren die Stimmungen." BT, Gisela Brüning

"Darstellerisch souverän zeichnet Dünßer die Integrationskurve der "zornigen" Karrieristin und Anwärterin eines Medizinpreises, über die in ihrer Erziehung gescheiterte Mutter bis hin zur persönlichen Kapitulation nach der Konfrontation mit eigener verdrängter Schuld. [...] ein präzises aufeinander abgestimmtes Ensemble, das in jeder Phase authentisch agiert." BT, Gisela Brüning

"[...] fesselnd präzise Darstellungsleistungen: Crescentia Dünßers Alice pendelt zwischen unerschütterlicher Brillianz und implodierender Unsicherheit. Patrick Schadenberg als Joe ringt mit der überbordenden Selbstgewissheit eines orientierungssuchenden Teenagers um seine Individualität." BNN, Andreas Jüttner

"Anne Leßmeister als Jungjournalistin, Michael Laricchia als ideologie- und rückgratsfreier Lehrer und Sebastian Mirow als arglos-arroganter Erfolgsmensch Patrick steuern Momente trockener Komik bei, Catharina Kottmeier und Oliver Jacobs bringen als Working-Class-Eltern des beschuldigten Mitschülers eine weitere Tonlage ins Spiel." BNN, Andreas Jüttner

"Wie offen sich dieses Spiel gestaltet, belegt der Satz, der nach der Pause, kurz vor dem Löschen des Saallichts, im Premierenpublikum geraunt wurde und der als höchstes Lob einer Aufführung gelten kann: Jetzt bin ich gespannt, wie das weitergeht." BNN, Andreas Jüttner

TERMINE:
Fr 10.06.2016, 20:00 Uhr TICKETS >>

GÄSTEBUCH:

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zum Stück.

"Umwerfend, ich bin sprachlos vor Begeisterung."

"Trifft den unbequemen Nerv der Zeit - hervorragend gespielt!"